Der Countdown läuft

Morgen geht’s los. Ich werde zum ersten Mal in ein Entwicklungsland reisen. Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet. Afrika kenne ich nur aus dem Fernsehen – und das zeigt meist die schlimmen Seiten: Armut und Leid.

Und genau das werde wohl auch ich erleben. Denn mein Ziel ist Kashani. Dort baut ein Ehepaar aus Kirchhain ein Waisenhaus für Kinder, deren Eltern an Aids gestorben sind.

Warum fahre ich da hin?  Ich habe Claus und Mareike Müller vor zwei Jahren kennengelernt, als ich über ihre Hilfsaktion berichtete.  Ich war sofort von ihrem selbstlosen Einsatz beeindruckt. Denn es sind Menschen wie du und ich. Sie sind nicht besonders wohlhabend, haben sich jedoch nicht einfach abgewandt. Die beiden waren als Touristen in der Nähe von Mombasa unterwegs und stießen zufällig auf ein Waisenhaus. Sie waren zutiefst schockiert von menschenunwürdigen Bedingungen, die dort herrschten. Die Kinder hatten Hunger und Durst, schliefen auf dem nackten Fußboden. Aber Müllers haben nicht weggeschaut. Sie haben sofort gehandelt: Nahrungsmittel und medizinische Versorgung organisiert und Matratzen gekauft. Sie wandten sich an die Presse.
Durch die Artikel wurden OP-Leser aufmerksam und spendeten.  Sukzessive erweiterten Müllers ihre Hilfe. Tag für Tag. Schritt für Schritt.

Jetzt ist das Waisenhaus fast fertig. Viele Kinder warten sehnlichst darauf, endlich einziehen zu können. Denn die kenianische Regierung muss immer wieder Waisenhäuser schließen, die mit den Kindern nur Geld machen. Sie ausnutzen – manchmal auf eine für den gesunden Menschenverstand unfassbare Weise.

Ich jedenfalls bin gespannt, wie es dort ist. Laut Unicef haben in Afrika rund 15 Millionen Kinder ihre Eltern durch Aids verloren. Allein in Kenia sind es mehr als eine Million. Das sind nackte Zahlen, die tagtäglich so an uns vorbeirauschen. Welches Leid sich hinter diesen Zahlen verbirgt, können wir verwöhnten Europäer wohl kaum nachvollziehen…

Viele internationale Hilfsprojekte nahmen im heimischen Landkreis ihren
Anfang – so auch das Projekt Shining Orphans, das Ehepaar Müller aus
Kirchhain im Jahr 2007 ins Leben rief. Durch die Spenden der OP-Leser
wurde der Einsatz für Aidswaisen in Kenia erst möglich. Die OP bietet
ihren Lesern im Februar und März eine Reihe von exklusiven
Korrespondentenberichten aus Kashani, wo sich OP-Redakteurin Nadine Weigel
einen Eindruck von der Verwendung des Spendengeldes und vom Fortgang des
Projekts verschafft.

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6 Antworten zu “Der Countdown läuft

  1. Ich bin schon ganz gespannt auf den Bericht aus Kenia. Man kann sich das ja hier gar nicht vorstellen, wie es da abgeht.

  2. Super spannend hört sich das an. Tolles Projekt! Bin schon sehr auf die Bilder gespannt. 🙂

  3. ich komme aus kenia.ich habe den Artikel gelesen und bin gespannt auf den Bericht.viele grusse an mein land.

  4. Klasse, Nadine!
    Ich freue mich sehr über deine Initiative. Lese gerade mit meiner 4.Klasse jeden Tag in der Schule die OP. Ich hoffe sehr, dass immer mehr Kinder aus meiner Klasse sich für ein Entwicklungsland wie Kenia durch deine warmherzigen Berichte angesprochen fühlen werden. Jedenfalls lächelt dein schönes Foto aus Kenia die Kids von der Pinnwand an.
    Wir sammeln deine Artikel unter der Rubrik „Länder, die Hilfe brauchen“ und warten gespannt auf deine Beiträge.
    Lieben Gruß nach Kenia
    Maria Bormann und die Klasse 4 aus Wohratal

    • Hallo liebe Maria, hallo liebe Klasse 4 in Wohratal!
      Ich habe mich sehr über Eure Mail gefreut! Ich finde es ganz toll, dass Ihr meine Berichte lest. Kenia ist ein sehr aufregendes Land und ich lerne sehr viel. Obwohl die Menschen hier sehr arm sind, haben sie eigentlich immer ein Lächeln auf den Lippen und sind sehr freundlich.
      Aus dem heissen Kenia schicke ich Euch ganz liebe Grüße ins kalte Deutschland :o)
      Nadine

  5. Heike und Norbert Hecker

    Liebe Nadine, sehr geehrte Redaktion ,
    wir verfolgen sehr interessiert die aktuelle Berichterstattung von den Lebensumständen der AIDS-Waisen in Kashani. Mein Mann kennt durch mehrere Urlaube das Land und die dortigen Lebensverhältnisse. Ebenso haben uns die Berichte seiner Cousine Mareike und deren Mann Claus über die brisante Situation der AIDS-Waisen zu tiefst bewegt und hoffen, dass Deine realistische und äußerst gelungene journalistische Berichterstattung dazu beiträgt, das Waisenhausprojekt erfolgreich realisieren zu können (u.a. durch Geld- bzw. Sachspenden).
    Liebe Nadine, Deine spannend verfaßte Repor-tage hat mich persönlich beeindruckt, insbe-sondere das Schicksal des kleinen Hezekiel – ich hoffe er wird sein gerettetes Leben noch intensiv und lange leben können.
    H. und N. Hecker

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